So fotografierst du Mitzieher richtig

Was ich an Fotos mag, ist, dass sie einen Moment festhalten, der für immer weg ist und den man unmöglich reproduzieren kann. – Karl Lagerfeld

Letzte Woche hatte ich mal Lust etwas neues auszuprobieren. Mitzieher. Du kennst sie und hast sie ganz bestimmt schon einmal gesehen. Ganz bekannt und gern verwendet in der Sportfotografie um Geschwindigkeit darzustellen. Dabei wird das Objekt z.B. ein Auto quasi eingefroren, scharf abgebildet und die Umgebung drum herum verwischt und symbolisiert sozusagen die Geschwindigkeit. Das ganze benötigt Übung und auch mein hier vorgestelltes Motiv stellt nicht die Krönung dar. Dennoch möchte ich diesen Post nicht erst dann verfassen wenn ich Monate oder sogar Jahrelang geübt habe. Nein ich möchte euch mit in den Prozess hinein nehmen denn dabei kann man auch schon sehr viel lernen finde ich 🙂 Und ich bin ein Freund davon Dinge gleich umzusetzen auch wenn sie noch nicht ganz „perfekt“ sind.

Ok wie kannst du also solche Bilder mit deiner Kamera erzeugen. Was benötigst du dafür? Nun es sollte eine Kamera sein bei der du manuell die Verschlusszeit einstellen kannst. Und dann kann es auch schon los gehen.

5 Tipps zu tollen Mitzieher Bildern:

Schritt 1: Die richtige Einstellung wählen
Bevor es los geht solltest du deine Kamera auf das bevorstehende korrekt einstellen.

Dazu stellst du in deiner Kamera den Fokusmodus auf kontinuierlichen Autofokus. Dadurch versucht deine Kamera, ein sich bewegendes Motiv ständig scharf zu stellen. Schau einfach wo du das bei deiner Kamera einstellen kannst.

Einige Kameras haben auch eine „Objektverfolgung“. Wenn deine Kamera diese Funktion anbietet, probiere sie doch einmal dafür aus.

Nun stellst du nur noch deine Kamera in den Aufnahmemodus „Zeitpriorität“ (Bei Canon ist das z.B. der „Tv“ Modus). Damit kannst du die Verschlusszeit selbst bestimmen. Die passende Blende wählt die Kamera in diesem Modus von ganz allein.

Schritt 2: Die Umgebung mit einbeziehen
Zum Üben gehst du am besten auf eine belebte Straße. Autos, Fahrräder, Motorräder und sogar Jogger können gute Mitzieher abgeben. Auch Sportarten mit gleichmäßigen, gerichteten Bewegungen (Rudern, Laufen usw.) können damit toll in Szene gesetzt werden.

Achte bei deiner Wahl des Motives dabei unbedingt auf die Umgebung. Oft ist es die Umgebung, die einen guten Mitzieher zu einem grandiosen Motiv macht. Oft wird die Umgebung zwar komplett verwischt aber dennoch lässt sich die Stimmung der Farbe etc. im Motiv erkennen. Dies wiederum wirkt sich auf die komplette Bildstimmung aus.

Schritt 3: Suche dir einen stabilen Stand
Um fest und stabil zu stehen gehst du am besten leicht in die Knie. Das ist zwar anstrengend, aber du kannst die Kamera so viel ruhiger drehen und schwenken.

Probiere am Besten selbst aus, mit welcher Körperhaltung du die Kamera am ruhigsten führen kannst.

Schritt 4: Das Mitziehen
Du hast die Kamera korrekt vorbereitet? Deine Umgebung passt zu dem was Du später mit dem Bild ausdrücken magst? Dein Stand ist sicher und stabil? Sehr gut, dann suche dir jetzt einen Punkt aus, an dem du dein Objekt fotografieren möchtest. Wenn das Objekt genau diesen Punkt erreicht, drückst du ab.

Das Objekt Anvisieren solltest Du dabei schon früher. Aber die Erfahrung zeigt, hast du dir nicht davor einen Punkt gesucht, an dem du abdrücken magst, machst du das Foto zu spät.

Also fokussiere schon frühzeitig dein bewegliches Motiv (drückt den Auslöser dazu nur halb) und schwenke mit dem Motiv gleichmäßig mit. Nimm die Geschwindigkeit auf und verfolge es im Sucher. Wenn das Motiv dann deinen bestimmten Punkt erreicht hat, drück den Auslöser ganz durch.

Ganz wichtig: Die Bewegung der Kamera wird vorgeführt du hörst nicht mit der Bewegung auf. Das erfordert ein wenig Übung, aber die Ergebnisse werden es dir danken.

Als Verschlusszeit für so ein Foto hat sich die Faustformel 1/x Sekunden etabliert, wobei x für die geschätzte Geschwindigkeit des sich bewegenden Objektes in km/h steht. Je nach Brennweite, Abstand zum Motiv und gewünschtem Wischeffekt musst du dich aber bei jedem Motiv aufs Neue an die passende Verschlusszeit herantasten.

Ich selbst fange gerne bei 1/60s an und schaue dann anhand des Bildes ob ich die Verschlusszeit eher ein wenig verlängere oder verkürze. Möchte ich mehr Wischeffekt, verlängere ich die Verschlusszeit.

Wenn die Verschlusszeit zu lang wird und du das Foto einfach nicht mehr scharf bekommst, versuche statt dessen den Abstand zum Objekt zu verringern. Entweder durch ein Teleobjektiv oder ganz schlicht, in dem du näher ran gehst. Auch damit kannst du die Stärke des Wischeffektes verstärken.

Schritt 5: üben, üben und nochmals üben
Wie bei allem heisst es auch hier Übung macht den Meister. Je öfter du dich in diesem Bereich ausprobierst desto sicherer wirst du darin. Zu Anfang sind dir die Einstellungen an deiner Kamera fremd aber schon bei der Übung entdeckst du vielleicht Einstellungen die du vorher noch nicht einmal wusstest, dass es sie an deiner Kamera überhaupt gibt. Und nach ein paar Mal hast du das richtige Setting innerhalb weniger Sekunden eingestellt und kannst loslegen.

Hier noch einmal die wichtigsten Schritte im Überblick:

  1. Sind die Einstellungen für den Fokus richtig gewählt? +- 1/60s Verschlusszeit eingestellt?
  2. Sieht die Umgebung leicht verwischt noch gut aus?
  3. Habe ich einen stabilen Stand?
  4. Habe ich das Objekt frühzeitig im Fokus?
  5. Ziehe ich gleichmäßig, ruhig mit?
  6. Drücke ich am richtigen Punkt ab?
  7. Ziehe ich die Kamera nach dem Abdrücken noch gleichmäßig weiter?

Einen kleinen Tipp habe ich noch für dich: Wenn du deine Mitzieher im Kasten hast und die Bilder am Computer sichtest, probiere einmal eine Schwarz-Weiß-Bearbeitung deines Bildes. Schwarz-Weiß sehen Mitzieher nämlich erfahrungsgemäß ziemlich klasse aus.

Und jetzt viel Spaß beim Üben.

Hier noch ein paar Bilder zur Inspiration für dich:

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